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Da wächst was: Kampens Pflanzen

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Kampens Pflanzen erzählen Geschichten. Schau mal genau hin und hör zu. Was will der Stechginster? Was sagt Insulanern das Leuchten der Arnika und woraus macht man eigentlich Holundersekt?

Fast 700 verschiedene Pflanzen wachsen in Kampen, auf Sylt. Sie trotzen dem Wind und genießen das im Jahresmittel recht milde Klima. Und sie gedeihen hervorragend, auch in rauen Zeiten, vor allem Dank der ausgedehnten Naturschutzgebiete.

Endlich: Das leuchtende Orangegelb der blühenden Arnika. Das erste gefleckte Knabenkraut , das sich schüchtern zeigt. Das einstimmig wichtige Nicken Tausender kleiner rosa Strandgrasnelkenköpfchen im Wind. Das Pieksen des vorwitzigen Strandhafers in nackte Waden. Der Geruch der morgenfeuchten Heide auf dem Weg runter zur Sturmhaube. Der knallgelb und weithin leuchtende Stechginster bei der Vogelkoje und an Pück Deel mitten im Winter.

Es gibt viele, viele Momente im Laufe eines Jahres, an denen Kampens Pflanzen auf besondere Art anrühren. Woran das liegt? Vielleicht an den vielen Raritäten, die hier wachsen, und von denen man manche spät, beinahe zu spät erst nachhaltig schützen konnte. Vielleicht an der besonderen Mentalität der Insulaner, die nach sturmgeschüttelten kargen Tagen der dunklen Jahreszeit einfach überaus empfänglich sind für friedliche Schönheit. Vielleicht auch, weil man hier einfach besonders intensiv lebt, mit der Natur, in der Natur. Und so lernt man von klein auf, genau hinzusehen und auch die winzigen Dinge zu achten.

Elf riesige Naturschutzgebiete gibt es auf Sylt. Die ältesten davon in und um Kampen (seit 1923). Fast 700 verschiedene Pflanzen zählen die Fachleute auf Sylt. Und fast jede sagt jedem Sylter irgendwann etwas. Wenn die Dünenveilchen blühen, dann wird es endlich, endlich bald wärmer werden. Wenn weite Heideflächen lila leuchten, ist die saison schon ganz schön weit. Wenn der Stechginster an einem frostigen Wintermorgen strahlt, dann ist er Botschafter aus einer Zeit, in der alles besser sein wird. Wenn Oma Holunderblüten pflückt, freuen wir uns auf Fliedersekt, und auch die Kinder dürfen nippen. Wenn viel Seegras am Watt anlandet, dann erinnern wir uns, dass man dieses früher trocknete und als Polstermaterial für Sessel und Betten nutzte. Wenn die Bauern ins Heu gehen, dann riecht das ganze Dorf nach Sommer. Kleine rote Äpfel von Bäumen, die der Seewind drückt und auf Bonsai-Format geknüppelt hat, die hängen wir in den Jöölboom, das friesische Pendant zum Adventskranz, aus Holz, mit Salzteigfiguren, Kerzen, Buchs und eben jenen Kleinäpfeln geschmückt.

Mehr über Sylter Pflanzen, Flora und Fauna erfährt man im Naturzentrum Braderup der Naturschutzgemeinschaft Sylt,
M.-T.-Buchholz-Stig 3
Tel. 0 46 51 / 4 44 21
www.naturschutz-sylt.de

 
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