Dünen - Sylter Berge
Sandige Attraktion: Die Kampener Dünen sind einzigartig. Und Sylts höchste Erhebung für den kompletten Rundum-Überblick liegt mitten in Kampen, die Uwe-Düne.
Wenn die Natur auf Sylt mit Sand spielt, kommen Dünen dabei heraus. Die Kampener Uwe-Düne, der größte "Berg" der Insel hat auch noch einen illustren Namensgeber.
Ein faszinierendes Naturphänomen, für's bessere Verständnis brutal simplifiziert : Dünenbau - so geht's. Die Zutaten sind viel Zeit, Sand und Wind, ein paar Grasbüschel vielleicht, oder eine kleine, aber widerstandsfähige Pflanze, ein Häufchen Steine oder ein kleiner Felsen. Der Wind verwirbelt den Sand jahrhundertelang und immer wieder, der Sand bleibt an kleinen Hindernissen hängen, und so wächst und wächst und wächst mit der Zeit ein sandiger Berg heran, die Düne. Wobei man wiederum zwei Arten unterscheidet: die Braundüne, bewachsen mit Beeren und braunkrautiger Heide und davor, mit direktem Strandanschluss, die Weißdüne, auf oder in der allenfalls Strandhafer oder Disteln wachsen.
Weite Teile der Sylter und Kampener Dünen stehen heute unter Naturschutz. Sie dürfen lediglich auf ausgewiesenen Wegen oder den charakteristischen Holzplankenstegen betreten werden, denn "Dünenschutz ist Inselschutz", so der alte Slogan. Wer trotzdem durch die Dünen trampelt, fügt ihnen quasi mit jedem Schritt Wunden zu, an denen die nächste kräftige Bö sofort zupacken und zerren wird. Es setzt Sandflug ein und die Düne beginnt quasi zu wandern, setzt sich also - wegen der vorherrschenden Windrichtung West meist in Richtung Osten - in Bewegung. Ein Phänomen, das sich an der legendären riesigen Wanderdüne vor List am besten erklären lässt. Um eben jenen Sandflug zu verhindern, bepflanzte man die Weißdünen mit Strandhafer und legt sogenannte Fangzäune aus Reisig am Dünenfuß an. Da Meer und Wind stetig an der Insel nagen, kämpft Sylt um jeden Millimeter Land.
Die Uwe-Düne
Sie ist die höchste Erhebung der ganzen Insel und guckt auf Kampen herab: Die Uwe-Düne misst stolze 52,5 Meter und wurde nach dem Sylter Uwe Jens Lornsen (1793 - 1838) benannt. Der Keitumer, auf den die Insel stolz ist, war Jurist und Freiheitskämpfer, der sich für Menschenrechte und freiheitliches Denken einsetzte, Regierungsbeamter und schließlich für kurze Zeit auch Sylter Landvogt wurde. Er reiste um die ganze Welt, schrieb im brasilianischen Exil die "Unions-Verfassung Dänemarks und Schleswig-Holsteins" und nahm sich 1838 am Genfer See das Leben. Heute gilt er als illustrer Vordenker des modernen Verfassungsstaates. Eine 109 Stufen zählende Holztreppe führt zur Aussichtsplattform auf der Uwe-Düne, wo auch ein Fernglas für den perfekten Insel-Überblick sorgt und die spektakuläre Rundumsicht vollkommen macht. Manchmal kann man, so sagen die Kampener Kinder, "links sogar bis England gucken". Und fast immer "rechts" bis Dänemark.






