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Kampens Vögel: gefiederte Gäste und Einheimische

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Sie sind viele. Und nicht alle sind – streng genommen – wirklich Insulaner. Vögel sind auch nur Menschen und warum die gerne auf Sylt "Urlaub" machen, ist klar: Die Insel ist eine der schönsten Raststätten für Reisende.

Das Quasseln der Graugänse, das geschäftige Highspeed-Gerenne der Strandläufer, immer am Flutsaum entlang, die erste Lerche, die letzte Seeschwalbe: Kampener Vögel machen Spaß und setzen Zeichen. Im Bild zwei Fasanen-Herren, die sich streiten.

Sie reisen antizyklisch zu den großen Touristenströmen, sie reisen relativ unauffällig, ohne Stau aber im riesigen Verbund. Im Vergleich zu ihren Reisegruppen ist die menschliche Sommerdelegation aus Nordrhein-Westfalen eine bescheidene Truppe: Für Zehntausende von Zugvögeln ist Sylt die schönste Raststätte an der ganzen Strecke. Auf dem Hinweg in die arktischen Gebiete zur Sommerfrische, im Herbst auf dem Weg in den Süden. Es gibt gefiederte Gäste, die überwintern hier, es gibt gefiederte Gäste, die bleiben hängen im Frühjahr, wenn sie eigentlich weiterziehen sollten Richtung Norden. Ein einzigartiges Kampener Geräusch ist das lautstarke sympathische Gequassel, das Tausende von Gänsen gern in den Wattwiesen abhalten. Und wehe, sie heben einmal alle gleichzeitig ab, weil irgendwas oder irgendwer sie aufscheuchte.

Rund 300 verschiedene Vogelarten wurden auf der Insel gezählt. Knapp 100 von ihnen brüten auf der Insel. Basstölpel, Eiderenten, Austernfischer, Feldlerchen, Meerstrandläufer, riesige Schwärme von Knutts, die wolkengleich übers Watt wabern, Ringelgänse, Sandregenpfeifer, Rotschenkel, Küstenseeschwalben, aber auch Fasane und Schnepfen - fast alle Sylter Naturschutzvereine und -verbände bieten Führungen und Informationsveranstaltungen zum Thema an. Vorgestellt werden dabei auch die unzähligen Möwenarten, die sich rund um die Insel tummeln. Früher gehörten Möweneier übrigens fest auf den insularen Speiseplan. Meist waren es die Jungs, die durch die Wiesen und am Kliff entlang wilderten, auf der Suche nach Abenteuern und Möwen-Nestern, um selbige gnadenlos zu plündern. Irgendwann Anfang des vorigen Jahrhunderts wurde die Plünderei lediglich im frühen Frühjahr noch gestattet, heute ist es grundsätzlich verboten, was inzwischen auch keinen Sylter mehr wirklich erregt: Da die Möwen immer erfindungsreicher und brutaler werden bei der Jagd auf mehr oder weniger essbaren Zivilisationsmüll, sind ihre Eier mittlerweile stark kontaminiert mit allen möglichen Schadstoffen.

Infos und Führungen:

Vogelkoje Kampen: Entenfanganlage aus dem 18. Jahrhundert, Daueraustellungen zur Kulturgeschichte der Anlage und zur Vogelkunde der Insel, an der Straße zwischen Kampen und List auf der rechten Seite.
Tel. 0 46 51 / 87 10 77
www.sylter-verein.de/kampener_vogelkoje.htm

Verein Jordsand zum Schutz der Seevögel und der Natur, Eidum Vogelkoje,
Infos unter Tel. 0 46 51 / 58 12
oder im Internet unter www.jordsand.de/rantum

Infos auch beim Naturzentrum Braderup der
Naturschutzgemeinschaft Sylt,
M.-T.-Buchholz-Stig 3
Tel. 0 46 51 / 4 44 21
www.naturschutz-sylt.de

Kampener Vogelkoje

Manfred Seegher führt interessierte Besucher durch das Gelände der historischen Entenfanganlage. Erläutert werden die Kulturgeschichte der Vogelkojen und die besonderen Markmale der Vogel- und Pflanzenwelt.

Ornithologische Wanderung

Faszinierender Vogelzug mit Dr. Malte Elbrächter.

 
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