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Wat is dat? Das Watt, Kampens malerische Ostseite

Wunderland für Wissbegierige, Anziehungspunkt für Abenteuerlustige, ein Stück deutscher Nationalpark, eine faszinierende eigene weite Welt, Leinwand für spektakuläre Wolkenmalereien, Lebensraum für viel, viel mehr Getier als man denkt: das Watt vor Kampen

Die Schwiegermutter aus dem Bayerischen, die aufgelöst vom Spaziergang zurückkam und sich erregte, das Meer sei weg, vollkommen verschwunden, einfach fort, ist natürlich von einer Sylterin erfunden worden. Wahr ist: Nirgendwo wird der Wechsel der Gezeiten, das unendliche Spiel von Ebbe und Flut so deutlich sichtbar wie auf der Wattseite der Insel, unten am Watt vor Kampen.

Seit 30 Jahren schon gehört das Watt vor Sylt - eine weltweit einzigartige Küstenlandschaft - zum Nationalpark. Es fällt im Sechs-Stunden-Rhythmus von Ebbe und Flut trocken und wird wieder geflutet. Nur auf den ersten laienhaften Blick wirkt das Watt täglich gleich und unverändert. Tatsächlich formen stetig wechselnde Strömungen das Watt und seine Küste dauernd um. Wer über Jahre Küstenlinie und Sandbänke beobachtet, wird zum Teil dramatische Veränderungen feststellen. Hier bricht ein Stück Sandstrand oder "Kante", wie die Insulaner das angrenzende Schilfwiesenprofil gern nennen, weg, dort kommt hell leuchtender Sand neu an. Schlickeinlagerungen werden freigespült, Priele wandern, manchmal formieren sich plötzlich regelrechte kleine Inseln, die weit in knalligem Grün leuchten, wenn vorwitzige Pflanzen sie besetzen.

Tierisch, was sonst noch so los ist im Watt: Exotisch, geheimnisvoll, faszinierend, teilweise von archaisch-fremder Schönheit sind Muscheln, Garnelen, Krebse, Wattwürmern, Schnecken, Fische und Algen. Kein Kind, das hier nicht begeistert nach Wattwürmer buddelt oder Herzklopfen beim Krebseschnappen bekommt. Für unendlich viele Vogelarten ist das Watt ein köstliches Buffet, das die Natur anrichtet. Für alle Ornithologen ein Paradies. Für Naturfotografen ständige Inspiration und immer wieder neue Herausforderung.

Am besten erläuft man sich diese fremdartige weite Welt mit herrlich zwischen den Zehen hervorquatschendem Schlick barfuß im Sommer bei einer geführten Wattwanderung. Oder mit dicken Gummistiefeln und noch dickerem Pullover, Jacke und Kapuze, wenn's kälter wird. Und glauben Sie bitte unbedingt allen Insulanern, die Sie davor warnen, auf eigene Faust loszumarschieren: Denn nur der erfahrene Führer kennt den sicheren Weg durchs Watt, Schlicklöcher, Priele und auch plötzlich aufkommender Seenebel sind gefährliche Fallen!

Wattwanderungen: Termine bitte beim Tourismus-Service erfragen. Täglich wechselnde Termine, da sich natürlich nach den Gezeiten gerichtet werden muss.

 
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