Wattenmeer
Ende Juni hat die UNESCO das Wattenmeer in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.
Und das aus gutem Grunde: Die durch den ständigen Wechsel der Gezeiten geprägte Landschaft gehört zu den ursprünglichsten Lebensräumen unseres Planeten und ist das weltweit größte Ökosystem seiner Art.
Das zum Weltkulturerbe ernannte Gebiet erstreckt sich entlang der Nordseeküste von der niederländischen Insel Texel bis Sylt. Bereits 1985 wurde das Gebiet zwischen der Nordspitze von Sylt und der Elbmündung zum Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ernannt und damit in die höchste Schutzgebietskategorie erhoben. Mit der Nominierung zu einem der bedeutensten Naturdenkmäler wird der Schutz des Reservats nun auch international verankert.
Seltene Vielfalt
Große Bereiche des Areals sind bis heute in ursprünglichem Zustand- und doch gibt es kaum eine lebendigere, dynamischere Landschaft: Mehr als 10.000 verschiedene Einzeller, Pilze, Tier- und Pflanzenarten sind in diesem faszinierenden Habitat aus weichem Schlick und filigranen Muschelbänken, blühenden Salzwiesen und erhabenen Dünen, meerdurchfluteten Rinnen und Prielen, flachem Küstensaum und weißen Sandstränden zu Hause, perfekt akklimatisiert an den Thythmus der Gezeiten.
Natürliches Ökosystem
Das Wattenmeer gleicht mit seiner Übergangswelt zwischen Land und Meer einer natürlichen Filteranlage, die Salzwasser und Süßwasser mit Sedimenten, Mineralien und Nährstoffen von den Naturgewalten zum natürlichen Treibstoff für einen marinen Mikrokosmos voller Geheimnisse und kleiner Wunder.
Schnittstelle zwischen Land und Meer
Millionen von Wasser- und Wattvögeln rasten, brüten oder überwintern im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer - das Gebietzählt zu den vogelreichsten Regionen Mitteleuropas und gilt als eine Art internationale Drehscheibe für Zugvögel, die in fischreichen Gründen genügend Nahrung finden, um sich für eine anstrengende Weiterreise in alle Teile der Welt stärken.
Unmittelbar vor der Küste Sylts, am Sylter Aussenriff, dem ersten Meeresschutzgebiet Europas, tummeln sich Schweinswale, um in den kühlen Fluten der Nordsee Jungen großzuziehen. Auch Seehunde und die seltene Kegelrobbe nutzen die norfriesische Insel- und Halligwelt als Kinderstube für ihren Nachwuchs, für Jagdstreifzüge oder zum ausgedehnten Sonnenbad auf einer der vorgelagerten Sandbänke.
Ursprüngliche Natur erleben
Im Rhythmus von Ebbe und Flut verändern sich die Lebensbedingungen für die hier lebenden Tiere und Pflanzen alle 6 Stunden aufs Neue.
Am besten lernt man das Ökosystem Wattenmeer bei einer Wanderung unter fachkundiger Führung kennen. Geführte Wanderungen werden regelmäßig von den Sylter Tourismus- und Naturschutzorganisationen angeboten.







