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Künstler: Albert Aereboe

Maler
* 31. Januar 1889 in Lübeck
+ 6. August 1970 in Lübeck
„Hier ist die Gestaltung der Landschaft auf die einfachste Formel gebracht. Der unendliche Horizont des Meeres und die übergroße Kuppel des Himmels machen das Planetarische der Erde fühlbar und lösen in mir kosmische Verbundenheit aus.“

Wir schreiben das Jahr 1959 und für einen Wahl-Sylter ist die Zeit des Abschieds gekommen. Doch der wird ihm nach Kräften versüßt: Zunächst bedenkt das Land Schleswig-Holstein den Maler Albert Aereboe mit dem Landeskulturpreis, dann wird ihm auch noch eine weitere Ehre zuteil. Zahlreiche Besucher strömen am 23. April 1959 in den Kampener Gasthof „Rotes Kliff“, wohin die Gemeinde zu einem Festabend geladen hat. Im Mittelpunkt: Albert Aereboe, der 16 Jahre zuvor Kampen zu seiner Wahlheimat erkor. Nun zieht es ihn wieder in heimische Gefilde, doch zuvor erweisen ihm seine Mitbürger ihre Aufwartung und die Gemeinde Kampen ernennt ihn zum Ehrenbürger. Zum Abschied zieht der Maler Resümee: „Wenn ich Jahrzehnte auf Sylt gelebt habe, dann ist es die unvergleichliche Meeresnatur dieser Insel gewesen, die mich bannte und immer wieder aufs Neue inspirierte.“
Nach dem Besuch der Kunstschule in Lübeck lockt es den jungen Albert zunächst in die Ferne: Der Sohn eines Lübecker

Dompredigers absolviert eine Ausbildung an der Bayerischen Kunstakademie in München, avanciert später zum Professor an der Staatlichen Kunstschule in Kassel. 1925 verändert er sich nach Berlin und nach Sylt, wo er sich 1925 in List ein Atelierhaus einrichtet.
Bis 1939 lebt Aereboe abwechselnd in diesem Spannungsfeld von Metropole und Abgeschiedenheit. Im Listland malt er zwischen „dem dumpf wallenden Meer und den satten Weiden“ Dünenlandschaften, aber auch Stillleben und Porträts. Die Fachwelt lobt: „Altmeisterliche Maltechnik verbindet sich mit der neuen Sachlichkeit und dem Abstrakten.“
1939 muss Aereboe sein Atelierhaus veräußern – es liegt nun im militärischen Sperrgebiet. Vier Jahre später wird er in Berlin ausgebombt; Zuflucht findet er im Kampener Haus seiner Schwägerin, wo er nach Kriegsende eine private Malschule unterhält. Ein befreundeter Maler konstatiert bei einem Besuch: „Eine skurrile Persönlichkeit. Gegen Butter, Fleisch und Eier malt er unter beträchtlichem Verbrauch von Kobaltblau Landschaften mit großen Sommerhimmeln.“ 1947 nimmt Aereboe an einer Kunstausstellung in der Kampener „Sturmhaube“ teil und sorgt ungewollt für Schlagzeilen: „Bilderstecher am Werk!“, vermeldet die Sylter Zeitung und berichtet: „Auf der Ausstellung wurde das Ölgemälde „Der Alchimist“ von Professor Aereboe von einem Unbekannten zerstochen!“
1959 zieht Aereboe, der nebenbei zuvor noch das Wappen für Kampens Nachbarort List entworfen hatte, wiederum nach Lübeck, unternimmt in den Folgejahren aber noch häufig Reisen nach Sylt. Hier wird er 1970 gemäß seines letzten Willens auf dem Wenningstedter Friedhof beigesetzt.

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