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Künstler: Alexander Camaro

Maler, Tänzer, Akrobat, Filmer, Musiker
* 27.09.1901 in Breslau
+ 20.10.1992 in Berlin
"(Ja,) ich habe mich nie einordnen lassen, ich empfinde das als Manko, wenn man das mit sich geschehen lässt. Ob das politisch oder künstlerisch ist, ob menschlich, man muss sich seine Welt selber aufbauen."

Von der Hektik der Großstadt in die Inselidylle: Alexander Camaro pendelte nach Ende des Zweiten Weltkriegs bis kurz vor seinem Tod immer wieder zwischen Berlin und Kampen, wohin ihn „die Liebe zum Meer und zur Landschaft“ zog. In den 1960-er Jahren engagierte sich Camaro an einem privaten Kunstverein in Kampen, der bemerkenswerte Ausstellungen von Künstlern aus ganz Deutschland präsentierte. 1971 dann richtete sich der Künstler im Kampener Kuckucksweg ein Sommeratelier ein, wo er insbesondere großformatige Ölbilder schuf. Der berufliche Lebensweg begann ungewöhnlich: Im Alter von 16 Jahren verdingte sich der junge Alexander Camaro als Artist. Die Grundlage für sein künstlerisches Schaffen legte er später an der Kunstakademie seiner Geburtsstadt bei dem bedeutenden Expressionisten Otto Mueller. Danach wechselte Camaro in ein anderes Genre: In Dresden absolvierte er eine tänzerische Ausbildung bei der bekannten Choreographin Mary Wigman, die als eine der einflussreichsten Wegbereiterinnen des

 

 

rhythmischexpressiven Ausdruckstanzes gilt. Alexander Camaro lebte die nächsten Jahre vom Tanz – unter anderem avancierte er zum Solotänzer bei den Salzburger Festspielen –, malte jedoch in jeder freien Stunde. Als „entarteter Künstler“ wurde er indes 1933 von den Nazis mit einem Ausstellungsverbot belegt.

1952 erhielt Camaro eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste in Breslau, die er bis 1969 ausübte. Eine seiner Studentinnen war Renata Gentner – die zunächst seine Meisterschülerin und später seine Ehefrau wurde. Nach seiner Professur arbeitete Camaro freischaffend und gestaltete unter anderem einige Kunstobjekte im öffentlichen Raum – die bekanntesten sind die Glasbausteinfenster der Berliner Philharmonie und die der Staatsbibliothek. Über seine zweite Heimat im hohen Norden schrieb eine Zeitung: „Das Haus auf Sylt war ihm lieb und teuer: Gleich hinter dem einfachen Holzzaun die Dünen, das Meer nur einen Steinwurf weit entfernt. Glückliche Tage waren das für Alexander Camaro, lange Stunden an der Staffelei, Seite an Seite mit seiner ebenfalls malenden Frau Renata. Dass das Haus einmal helfen würde, seinen Nachruhm zu sichern, ahnte Camaro sicher nicht.“ Tatsächlich hatte Renata Camaro kurz vor dem Tode ihres Mannes eine Stiftung gegründet, deren Kapital aus dem lukrativen Verkauf des Hauses in Kampen erwuchs. Aus den Mitteln der Stiftung konnte im Berliner Galerienviertel der Potsdamer Straße ein historisches Gebäude erworben werden, in dem seit 2011 das Werk Camaros gezeigt wird, über dessen Person eine Kunsthistorikerin urteilte: „Für ihn stand die Malerei zu jeder Zeit im Zentrum nicht nur des künstlerischen Schaffens, sondern des Lebens überhaupt.“

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