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Künstler: Alexej von Jawlensky

Maler
* 13.03.1865 in Torschock/ Russland
+ 15.03.1941 in Wiesbaden
"Ich verstand, dass der Künstler mit seiner Kunst durch Formen und Farben sagen muss, was in ihm Göttliches ist. Darum ist das Kunstwerk ein sichtbarer Gott, und die Kunst ist sehnsucht zu Gott."

Von der russischen Provinzstadt in die deutsche Metropole: 1864 in Zentralrussland geboren, begann der berufliche Weg des Alexej von Jawlensky als Offizier der zaristischen Armee. Seine künstlerische Begabung konnte er erst entfalten, als er 1896 nach München übersiedelte, um eine private Kunstschule zu besuchen. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs wird Jawlensky als russischer Staatsbürger aus Deutschland ausgewiesen und lebt zunächst in der Schweiz. 1921 nimmt der Künstler an einer Ausstellung in Wiesbaden teil. „Ich begegnete dort sehr netten Menschen und das bestimmte mich, meinen Wohnsitz in Wiesbaden zu nehmen“, notierte er später. 1924 bildet Jawlensky mit Wassily Kandinsky, Paul Klee und Lyonel Feininger den Verbund „Die Blauen Vier“ mit dem Ziel, Werke in den USA zu verkaufen. Mit Kandinsky ist Jawlensky schon seit 1897 befreundet – 1924 weilen beide auf Sylt, der eine in Wenningstedt, der andere in Kampen. Eine Berufung als Professor lehnte Jawlensky dankend ab – er hielt Kunst für nicht lehrbar. „Ich arbeite für mich, nur für mich und meinen Gott“, befand der Expressionist, der ab 1934 aufgrund einer fortschreitenden Lähmung nur noch mit Mühen malen kann. Mehr noch: 1933 war er von den Nationalsozialisten mit einem Ausstellungsverbot belegt worden, vier Jahre später beschlagnahmten diese 72 seiner Werke als „entartet“. Jawlensky, der zu den bedeutendsten Künstlern der klassischen Moderne zählt, verstirbt 1941 in seiner Wahlheimat Wiesbaden.

Sein Nachlass wird im schweizerischen Locarno verwaltet. In Kampen weilte der Maler zwei Mal in den 1920-er Jahren. Finanziell unterstützt wurde er dabei von einem anderen bekannten Expressionisten, der auf dem nahen Festland lebte: Emil Nolde. In Kampen schuf Jawlensky Kompositionen von abstrakten Köpfen, während sein Sohn den Kampener Leuchtturm und ein Sylter Mädchen malte. Bei seinem ersten Besuch auf Sylt hatte Jawlensky wenig Schmeichelhaftes konstatiert: „Ich habe einen Baum gesucht. Ich wollte mich erhängen, so schrecklich war es. Aber nicht einmal einen Baum gibt es hier.“ Doch der schmähende Besucher kehrte, diesmal mit Familie, noch einmal zurück in den Anbau des Gästehauses im Kampener Kirchenstieg. Die „Fremden-Liste“ der „Sylter Kurzeitung“ vermerkte: „Herr von Jawlensky, Kunstmaler, und Familie, Ankunft am 20. August 1924.“ Am 14. September schrieb er seinen Kampener Vermietern ins Gästebuch: „In tiefster Verehrung der so lieb gewonnenen Familie Sörensen.“ Die Worte garnierte Alexej von Jawlensky mit einer kleinen Zeichnung. Weil er in des leidlich mittellos war, durfte er die Miete anderweitig bezahlen: Er bemalte eine Stubentür des gastlichen Hauses mit Blumenmotiven.

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