MenüSchließen
BBuchen

Suchen & Buchen

' Wetter

Post von der Insel Sylt

Angeln Sie sich fangfrische Inselneuigkeiten und exklusive Angebote.

Newsletter Anmeldung fehlerhaft

 

Entschuldigen Sie, aber Ihre Anmeldung zu unserem monatlichen Sylt-Newsletter ist leider fehlgeschlagen.

Bitte überprüfen Sie Ihre Mailadresse und probieren Sie es erneut.

Beste Insel-Grüße,

Ihr Sylt Team

MICE

Kooperationen

Künstler: Anita Rée

Malerin
* 1885 in Hamburg
+ 1933 in Kampen
"Ich fühle mich entwurzelter, heimatloser als je, weiß ja noch gar nicht, wie lange ich hier auf diesem Eiland, wo jetzt die teure und widerliche Hochsaison einsetzt, noch bleibe und was überhaupt und nach hier beendetem Aufenthalt, der unsagbar einsam war, aus mir wird."

Ihr Leben nahm ein schicksalhaftes Ende: An einem klammen Wintertag des Jahres 1933 wählte Anita Rée in Kampen vereinsamt und deprimiert den Freitod. Sie wurde nur 48 Jahre alt. In Hamburg als Tochter einer jüdischen Kaufmannsfamilie geboren, hatte Anita Rée ab dem Jahre 1905 Unterricht bei dem impressionistischen Maler Arthur Siebelist genommen. Bald von Selbstzweifeln hinsichtlich ihres Berufswunsches geplagt, suchte sie 1906 Rat bei dem bedeutenden Künstler Max Liebermann. Dieser erkannte Rées Talent und riet ihr zur Fortsetzung ihrer Ausbildung als Malerin, die sie dann bis 1910 bei Arthur Siebelist weiterführte. 1912 weilte Anita Rée für einige Monate als Schülerin bei dem Maler Fernand Léger in Paris und erlernte dort Aktzeichnen – was in Deutschland für eine Frau einen Skandal bedeutet hätte. Als Gründungsmitglied der Künstlervereinigung „Hamburgische Sezession“ im Jahre 1919 gewannen ihre markanten Porträtzeichnungen und Landschaftsmotive in Ausstellungen große Beachtung. Einen „hohen Grad von Einfühlungsvermögen und ästhetischem Anspruch“ attestierte ihr denn auch die künstlerische Nachwelt. 1932 verließ Anita Rée aufgrund einer enttäuschten Liebe zu einem wohlhabenden Kaufmann Hamburg und zog nach Sylt, wo sie in Kampen eine unbeheizte Dienstmädchenkammer bewohnte, in der man kaum aufrecht stehen konnte. Als Entgelt für die Miete bemalte sie im Winter die 24 Fensterläden des Hauses mit bunten Phantasieblumen.

Gelegentlich porträtierte sie zudem Freunde, Kinder, Badegäste und unterrichtete die Töchter eines Literaturwissenschaftlers im Zeichnen und in Französisch. Doch die Zeit fern von der Heimatstadt behagte der Künstlerin in keinster Weise. Ein Bekannter notierte: „Völlig vereinsamt, wie in einem geistigen Exile in der winterlichen Öde der Insel, lebt sie hier in kärglichster Behausung und Verpflegung.“ Depressiv und vereinsamt schrieb Anita Rée einer Freundin: „Ich fühle mich entwurzelter und heimatloser denn je und weiß nicht, was aus mir wird.“ Im selben Jahr fragt sie in einem weiteren Brief ihre Schwester: „Welchen Sinn hat es, ohne Familie und ohne die einst geliebte Kunst und ohne irgend einen Menschen in so einer unbeschreiblichen, dem Wahnsinn verfallenen Welt weiter einsam zu vegetieren und allmählich an ihren Grausamkeiten innerlich zugrunde zu gehen?“ Nach Hamburg wagte Anita Rée wegen der zunehmenden Polemisierung gegen die Juden nicht zurück zu kehren. Mit der Überdosis eines Schlafmittels beendete sie ihr seelisches Leid. Epilog: Im Jahre 2007 setzte ihr der bekannte Künstler Gunter Demnig in Kampen einen „Stolperstein“, der wie viele andere in inzwischen über 500 Orten Deutschlands an Verfolgte des NS-Regimes erinnert.

Loading