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Künstler: Clara Tiedemann

Schauspielerin, Schriftstellerin
* 1891 in Flensburg
+ 1979 in Stuttgart
"Diese prickelnde Luft, dieser Wind, der einem ständig in den Ohren pfeift, der schneeweiße Strand, diese ganze Pracht ohnegleichen. Kann es irgendwo schöner sein?"

Sie war gleichsam die erste Prominentenwirtin der Insel Sylt. Adlige, Politiker und Künstler logierten in ihrem Gästehaus hoch über dem Kampener Kliff. Über Umwege war Clara Tiedemann nach Sylt gelangt. In jungen Jahren trat die gebürtige Flensburgerin als Schauspielerin an den Bühnen von Lübeck, Hanau und Frankfurt am Main auf. 1919 heiratete sie den Antiquar und Buchhändler Hein-rich Tiedemann. 1920 kam das Ehepaar das erste Mal nach Sylt. „Das wollten wir sehen, was uns eine Freundin geschildert hatte – ein herrlicher Strand sei da, dazu prachtvolle Brandung und schönste Reitwege. Nun sind wir da. Dies aber haben wir uns dennoch nicht träumen lassen: Diese prickelnde Luft, dieser Wind, der schneeweiße Strand – kann es irgendwo schöner sein?“, erinnerte sich Clara Tiedemann an ihre Sylt-Premiere. Das Ehepaar beschloss, sich in Kampen niederzulassen. Unweit des Roten Kliffs ließen sie 1921 das Haus „Kliffende“ erbauen, 1927 wurde es durch ein Gästehaus komplettiert: „Keinerlei Luxus, aber behagliche Räume. Und ein großer Kamin. Gute Betten und beste Verpflegung“, befand die Hausherrin. Viele Gäste von Rang und Namen hat „Kliffende“ gesehen. 1927 verlebte der Schriftsteller Thomas Mann hier seinen Urlaub. Ins Gästebuch von „Kliffende“ schrieb er: „Nicht Glück oder Unglück – der Tiefgang des Lebens ist es, worauf es ankommt. An diesem erschütternden Meere habe ich tief gelebt.“ Auch der bekannte Maler Emil Nolde wohnte bei Clara Tiedemann. Weil sein Hof

auf dem nahen Festland renoviert werden musste, hatte der Maler Quartier auf Sylt gesucht. Auf dem ehemaligen Heuboden von „Kliffende“ richtete er sich ein Atelier ein. „Wie ein Trunkener lief ich stundenlang den Strand entlang. Es war, als ob die freie Luft, der salzige Geschmack, die tosenden Wogen mich spornten und beglückten“, erinnerte sich der berühmte Expressionist später. Auf die Auswahl ihrer Gäste legte Clara Tiedemann allergrößten Wert – die meisten kamen daher auf Empfehlung. Die Wirtin selbst gesellte sich jeden Abend an einen anderen Tisch. Dabei konnte sie ebenso reizend wie resolut sein. Wenn ihr jemand nicht passte, machte sie ihm das unmissverständlich klar: Sie schickte ihm kurzerhand die Serviererin mit dem Kursbuch der Bahn an den Tisch. 1955, Heinrich Tiedemann war bereits lange verstorben, veräußerte seine Witwe das Anwesen und zog nach Stuttgart um. Dort verfasste sie ihre Memoiren, die ein Buchverlag unter dem Titel „Kampener Skizzen“ veröffentlichte. 1979 verstarb Clara Tiedemann im Alter von 88 Jahren in Stuttgart. Doch ihre letzte Reise führte sie noch einmal nach Sylt zurück: Hier ruht sie auf dem Keitumer Friedhof.

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