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Künstler: Edwin Scharff

Bildhauer und Maler
* 21. März 1887 in Neu-Ulm (Bayern)
+ 18. Mai 1955 in Hamburg
Mit der stillen Hilfe der Kampener Mitbürger überlebte die Familie Kriegs- und Vorkriegsjahre in ihrem "Rosa Haus" in Kampen.

Das Reiten war seine erklärte Passion. Schon als Kind eilte der junge Edwin Scharff, wann immer es die Zeit zuließ, zu einer Reitbahn in der Nachbarschaft seines Elternhauses. Bis ins gehobene Alter sollte er ein leidenschaftlicher Reiter bleiben, und auch seine kreative Entfaltung wurde durch diese Leidenschaft geprägt: „Die Harmonie zwischen Pferd und Reiter, diese dynamische Einheit zum Ausdruck zu bringen, ist eines meiner künstlerischen Ziele.“ Und so bildete er auch in seiner zeitweiligen Wahlheimat Kampen immer wieder Reiter am Strand in Gemälden oder als Plastiken ab. In den 1920-er Jahren avancierte Scharff, der zahlreiche Figuren, Porträtbüsten und Tierplastiken in vereinfachten Formen schuf, nicht nur zum Professor an der Berliner Hochschule für Bildende Künste, sondern auch zu einem bekannten Künstler. Viele Aufträge ermöglichen ihm einen großzügigen Lebensstil: Er bewohnt eine Villa mit Bediensteten, verkehrt in den gesellschaftlichen Kreisen der Stadt. Unter anderem erhält er den ehrenvollen Auftrag, eine Büste des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg für den Reichstag zu fertigen. Das stattliche Honorar ermöglicht ihm, Ende der 1920-er Jahre ein altes Friesenhaus im Kampener Wuldeweg zu erwerben. Doch bald ziehen am Himmel dunkle Wolken auf – seine politische Einstellung und die Tatsache, dass er eine Ungarin jüdischer Abstammung geheiratet hat, bleiben unter der Nazi-Diktatur nicht folgenlos: 1933 verliert Scharff sein Lehramt und wird

an die Düsseldorfer Kunstakademie strafversetzt, wo er 1937 ebenfalls entlassen wird und zudem Arbeitsverbot erhält. Scharff aber arbeitet in den folgenden Jahren heimlich weiter – sowohl in Kampen als auch in Düsseldorf, verborgen in der Sakristei einer zerstörten Kirche. 1942 in Düsseldorf ausgebombt, siedelt der Verfemte nach Kampen über. „In dieser krisenvollen Zeit befasste sich Scharff viel mit religiösen Themen“, konstatiert die Zeitschrift „Der Spiegel“ 1947. Und ein Freund notiert: „In Kampen lebt er nun in einem alten Sylter Friesenhaus, weiß getüncht, mit niedrigen Decken und kachelbekleideten Wänden. Das Giebelzimmer ist sein Atelier. Er ist nicht ungesellig, liebt es aber nicht, wenn Phrasen oder Floskeln gemacht werden. Er erwartet etwas von einem Gespräch.“ 1946 nimmt Edwin Scharff eine Professur an der Hamburger Kunstschule an. Kampen hält er weiterhin die Treue, verbringt dort regelmäßig die Semesterferien. Als der Künstler 1955 verstirbt, stiftet der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg noch im selben Jahr den „Edwin-Scharff-Preis“. Seitdem wird er jährlich an Künstler verliehen, deren Werke das Kulturleben der Stadt Hamburg prägen.

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