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Künstler: Emil Nolde

Maler
* 7. August 1867 in Nolde bei Tondern
+ 13. April 1956 in Seebüll/Nordfriesland
"Es war, als ob die frische Luft, der salzige Geschmack, die tosenden Wogen mich anspornten und beglückten, die Wanderung auf dem festen Sand das Meer entlang waren meine Lust."

Zuerst erkennt sie ihn gar nicht, den neuen Gast. Erst eine Freundin macht Clara Tiedemann auf den hageren Herrn aufmerksam, der Quartier begehrt. Es ist der berühmte Expressionist Emil Nolde, dessen Gehöft im nahen Seebüll gerade umgebaut wird. Nun, wir schreiben das Jahr 1930, sucht er einen ruhigen Flecken. Er findet ihn in dem von Clara Tiedemann geführten Kampener Gästehaus „Kliffende“. „Mit meinen Farben, den Papieren und Leinen war ich nach Kampen gekommen. Ein Fenster, übers Meer schauend, hatte ich gefunden, ja sogar in einem Giebel ein kleines, schönes Atelier“, wird sich Nolde später in seinen Memoiren erinnern. Aus einem Dorf, das lediglich aus ein paar Höfen bestand, war Emil Nolde 1887 nach Flensburg gekommen, um an der dortigen Kunstgewerbeschule eine Ausbildung zum Möbelschnitzer und -zeichner zu absolvieren. Er arbeitet später für verschiedene Möbelfabriken, lehrt an einer Kunstgewerbeschule in der Schweiz und ist dann als freier Künstler tätig, tritt unter

anderem der berühmten Künstlervereinigung „Die Brücke“ bei. 1926 erwirbt Emil Nolde, der seinen eigentlichen Namen Emil Hansen inzwischen in Anlehnung an sein Heimatdorf abgeändert hat, Besitz in der nordfriesischen Marsch. Das erhöht gelegene Anwesen mit Wohn- und Atelierhaus nennen Nolde und seine Ehefrau Ada fortan Seebüll. Während die Handwerker im Sommer 1930 in Seebüll Hand anlegen und Ada Nolde den Fortgang der Arbeiten überwacht, findet der Künstler auf Sylt Anregungen für Gemälde und zahlreiche Aquarelle. „Getreu wie ein Tagelöhner stand ich malend am Strand, bis ich wieder zurückkam in meinen lichten, lieben Bilderraum, müde, müde.“ Entflammt bringt Nolde die Impressionen der urwüchsigen Landschaft zu Papier: „Die Wogen, ihr Grollen, die Wolken, der Strand, die Dünen, alles war mein. Ich sah die erregte und wilde Schönheit, malend in naturgetreuer Empfindsamkeit, wie erhaltenen Befehlen gehorchend.“ Auch das Strandleben fasziniert ihn: „Die Menschen, sie schwammen und tauchten und spielten und liefen umher, fast ganz der Kleider entblößt. Die Schönen, die Schlanken, die Dicken, die Krummen. Und Kinder malte ich, wie kleine Tierchen im gelben Sand krabbelnd.“ Der Sommer zieht ins Land und Emil Nolde spürt, dass die rechte Zeit unweigerlich abgelaufen ist: „Ich stand im Sturm mit knirschendem Sand zwischen den Zähnen und verfiel melancholischen Grübeleien. Ich ertrug den grauen Herbst und die Schwere der Einsamkeit nicht mehr.“ Nach Sylt kehrte der große Expressionist, dessen Werke eine ausdrucksstarke Farbwahl kennzeichnen, nie wieder zurück. Sein künstlerisches Erbe verwalten heute die Nolde-Stiftung in Seebüll und ihre Berliner Dependance, deren wechselnde Ausstellungen alljährlich von zehntausenden Besuchern besichtigt werden.

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