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Künstler: Ernst Rowohlt

Verleger
* 23. Juni 1887 in Bremen
+ 1. Dezember 1960 in Hamburg
"Einen Tummelplatz der freien Geister" nannte er seinen Verlag.

Ernst Rowohlt © Gabriele du Vinage

Es ist ein sonniger Augusttag im Jahre 1929, als ein Mann in Kampen Klinken putzt. In jungen Jahren hat er zwei brauchbare Romane verfasst, doch dann verfiel er der Alkohol- und Rauschgiftsucht, saß wegen Unterschlagung und Betrugs mehrere Monate in Haft. Nun versucht der Gestrauchelte als Anzeigenwerber sein Glück, als Hans Fallada in Kampen der Verleger Ernst Rowohlt über den Weg läuft. Später erinnerte sich Fallada an die schicksalhafte Begegnung: „Nach so vielen Jahren des Schweigens erkannte Rowohlt seinen Autor wieder, der doch nur einer von vielen war. ‚Mensch Fallada, was machen Sie denn eigentlich?‘ Mein Bericht fiel eilig und dürftig aus. ‚Aber das ist doch nichts für Sie!‘, rief der alte Menschenkenner. ‚In so einem Kaff rumlaufen und Kunden werben! Sie müssen nach Berlin, Mensch!‘“ Fallada nimmt sich die Worte zu Herzen. Wenige Jahre später erscheinen im Rowohlt-Verlag seine Bestseller-Romane „Bauern, Bonzen und Bomben“, „Kleiner Mann, was nun?“ und „Wer einmal aus dem Blechnapf frisst“. 1927 war Ernst Rowohlt zum ersten Mal nach Kampen gekommen, logierte bei seinen Besuchen in den Gästehäusern „Klenderhof“ und „Kliffende“. „Mit seiner Urfröhlichkeit beherrschte er jeden Kreis“, prägte sich seiner Pensionswirtin Clara Tiedemann vom Haus „Kliffende“ ein. Zu Rowohlts Freunden zählte der Theaterregisseur Boleslaw Barlog, der schmunzelnd verriet: „Rowohlt kam über den Textilbadestrand nie hinaus. Dort saß er immer züchtig

mit einer Badehose angetan. Wie ein Buddha saß er so im Sande oder im Wasser.“ Den Grundstein für den Weg zum Verleger legt Ernst Rowohlt schon in jungen Jahren, als ihm ein Schulfreund einige Gedichte zeigt und Rowohlt dank finanzieller Unterstützung von Verwandten einen Gedichtband drucken lässt. Als er seinen ersten Verlag gründet, ist Rowohlt gerade 21 Jahre alt. In beiden Weltkriegen dient der Verleger als Soldat, wobei er zeitweilig ins Visier des Nazi-Regimes rückt: Mehrere seiner Autoren sind von den Bücherverbrennungen betroffen, zudem wird Rowohlt 1938 wegen „Tarnung jüdischer Schriftsteller“ aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen und dadurch mit Berufsverbot belegt. Nach einem Exil in der Schweiz und Brasilien kehrt er 1940 nach Deutschland zurück. Vier Jahre nach der Verlagsneugründung gelingt Rowohlt 1950 ein großer Wurf, indem er die ersten vier „rororo“-Taschenbücher drucken lässt – seitdem sind rund 16.000 Titel mit einer Gesamtauflage von fast 600 Millionen Exemplaren erschienen. Der Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes indes kokettierte: „Ich lese keine Bücher – ich rieche sie nur und verlasse mich auf mein Näschen.

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