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Künstler: Ernst von Salomon

Schriftsteller
* 36. September 1902 in Kiel
+ 9. August 1972 in Winsen a.d. Luhe
"Kampen war immer meine Zuflucht, wenn die Zeiten mulmig waren."

Vom Mittäter eines Mordkomplotts zum Bestsellerautor – es war schon ein ungewöhnlicher Verlauf, den das Leben des Ernst von Salomon nahm. Unruhig und unstetig waren die jungen Jahre: Nach dem Drill in einer Kadettenanstalt avancierte Ernst von Salomon als erst 17-Jähriger zu einem Freikorpskämpfer. Drei Jahre später, der Sohn eines Offiziers ist tief verstimmt über die politischen Verhältnisse im Deutschen Reich, verstrickt er sich in rechtsextreme Kreise und in ein Ereignis mit fatalem Ausgang. Es ist der 24. Juni 1922, als gegen 11 Uhr vormittags eine Limousine in die Berliner Königsallee einbiegt. Im offenen Fond sitzt Reichsaußenminister Walter Rathenau auf dem Weg von seiner Villa ins Ministerium. Doch sein Leben wird nur noch Augenblicke währen, denn an einer Kreuzung lauert das Verderben und alles geht ganz schnell: Eine Handgranate explodiert, mehrere Schüsse fallen. Rathenau ist sofort tot. Wenige Wochen später können die beiden Täter gestellt werden. Die weiteren Ermittlungen enttarnen mehrere Verschwörer – darunter Ernst von Salomon, den das Gericht zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach seiner Entlassung wird sich der Geläuterte in seinem Roman „Die Geächteten“ mit der Tat, die eine nationale Revolution beflügeln sollte, kritisch auseinander setzen. 1946, aus dem politischen Wirrkopf ist inzwischen ein Schriftsteller und Lektor erwachsen, bezieht Ernst von Salomon auf Sylt ein ungewöhnliches Quartier: Es

ist eine Katakombe am Kampener Watt, ein Relikt des Krieges. „Der weiß getünchte Raum mit kahlem Schreibtisch und Feldbett erinnert an eine Zelle, und Ernst von Salomon trägt eine blauweiß gestreifte Leinenjacke, ähnlich einem Häftling. Da sitzt er nun und legt geduldig Patiencen.“ So schilderte ein Besucher die Diaspora, in die sich Ernst von Salomon begeben hatte. Und doch gelingt ihm hier Bedeutsames: Er verfasst mit dem Roman „Der Fragebogen“ den ersten deutschen Bestseller der Nachkriegszeit. Der Öffentlichkeit erstmals vorgestellt hat er das Buch ebenfalls in Kampen. Das war 1951 im Café „Sturmhaube“. Salomons persönliche Aufzeichnungen dokumentieren, dass er an Sylt vor allem die ruhige Jahreszeit schätzte. „Tausend Mal schöner ist die Insel im Winter als im Sommer. Sommers ist es die Insel der Trunkenen und der Narren, winters die der Einsamen und Ungeselligen. Im Winter aber bist du allein mit dem Meer. Du wanderst an seinem Rande Stunde um Stunde. Vom Winde wirst du gebeutelt und geschüttelt, gedrückt und zerrieben. Du ahnst das Ende der Welt, das niemals kommt. Denn diese Landschaft ist elementar.“ 1952 verließ Ernst von Salomon Sylt. Die unverbrüchlichen Gefühle zu seiner Wahlheimat auf Zeit drückte er so aus: „Und Gott sprach: Es werde Kampen!“

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