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Künstler: Günter Rieck

Bildhauer
* 5. Juli 1910 in Stettin
+ 23. Dezember 1983 in Düsseldorf
"Schuf aus einem alten Bunker das populäre Künstlerlokal "Kupferkanne" und in der umliegenden Heidelandschaft einen weitläufigen Park"

Nein, leicht war der Anfang auf Sylt für Günter Rieck nicht. Der Bildhauer diente im Zweiten Weltkrieg als Marineoffizier und gelangt kurz vor der Kapitulation nach Hörnum. Der Weg ins heimatliche Stettin ist weit und ungewiss, so dass Rieck zunächst auf Sylt bleibt. Als Quartier wird ihm ein halb in die Erde eingelassener Flakbunker bei Kampen zugewiesen. Für den Neuankömmling beginnen beschwerliche Zeiten. Die geringe Arbeitslosenunterstützung vom Staat stockt Rieck auf, indem er aus dem Schlick des Kampener Watts Vasen formt und verkauft, um das Nötigste für den Lebensunterhalt zu verdienen. Doch Günter Rieck gibt nicht auf und gräbt sich tapfer durch: Er schaufelt in dem Bunker weitere Räume frei, baut Fenster ein und schafft sich ein kleines Atelier. Aus diesem erwächst 1949 das Künstlerlokal „Kupferkanne“, wobei das Startkapital gerade für ein paar einfache Sitzgelegenheiten und einige Flaschen Alkohol reicht. Freunde schauen auf ein Glas Wein herein, bald auch die ersten Gäste. Und der triste Bunker verwandelte sich in ein Labyrinth der Behaglichkeit: Verwinkelte Gänge und schmale Stufen führten zu verwunschenen Grotten, die nur von Kerzenlicht erhellt waren. Alles scheint für Günter Rieck auf einem guten Weg, als der ehemalige Bunker zum Stein des Anstoßes wird. Während die eigenwillige Lokalität von vielen Syltern und Gästen begrüßt wird, bildet sich auf der anderen Seite eine Front der Ablehnung: Die unmittelbare Nachbarschaft des Nachtlokals

zu einem Hünengrab aus der Bronzezeit sei nicht akzeptabel, befinden einige traditionsbewusste Friesen und ziehen vor Gericht. Der Rechtsstreit zieht sich bis 1952 hin. Dann entscheidet das Oberverwaltungsgericht nach einem Lokaltermin: Die „Kupferkanne“ darf bleiben. Wie ein Magnet zieht die originelle Schenke am Rande des Dorfes weiterhin die Nachtschwärmer an, unter ihnen zahlreiche Prominente von Rang und Namen. 1960 gibt es dann noch eine Neuerung zu vermelden: Eine Steinbaracke – im Krieg beherbergte sie Unterkünfte für jene Soldaten, die an der schweren Geschützbatterie an der Kampener Westseite in Stellung gingen – wird zum Restaurant „Kupferpfanne“. Doch Günter Rieck richtet sein Augenmerk nicht allein auf das florierende Geschäft, sondern vor allem auch auf die Natur. Im Laufe von drei Jahrzehnten schafft er sein botanisches Lebenswerk: Eigenhändig legt er eine 28.000 Quadratmeter große Parklandschaft mit 30.000 Kiefern und Heidegewächsen an. Durch regelmäßiges Schneiden sorgt Rieck dafür, dass die Anpflanzungen möglichst breit und dicht und nicht zu hoch hinaus wachsen. Das Ergebnis: Ein formvollendetes, grünes Idyll, wie man es noch heute bestaunen kann.

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