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Künstler: Knud Ahlborn

Begründer des Klappholttals
* 14. März 1888 in Hamburg
+ 9. Mai 1977 in Kampen
"Nicht zum Nachschaffen sollen wir uns und andere erziehen, sondern zum Neu- und Besserschaffen von Werten, die unserer Zeit entsprechen."

Europa steht am Rande des Abgrunds, als Kaiser Wilhelm II. im Juli 1914 ein Telegramm erhält. Der Absender bittet Majestät „um äußerste Anstrengung für die Erhaltung des Friedens, um die Jugend der Welt vor dem entsetzlichen Unglück eines Krieges zu schützen“. Doch auch dieser Appell von Knud Ahlborn kann den Ausbruch des Ersten Weltkriegs nicht verhindern. Welches Leid dieser über die Menschen bringt, sieht Ahlborn bald mit eigenen Augen: Er dient als Landsturm-Oberarzt in einem Feldlazarett. Nach Kriegsende reist Ahlborn im Sommer 1919 nach Sylt, „um nach der schweren Zeit einige Wochen Erholung zu finden. Hier wurde ich auf das im Abbruch begriffene Militärlager Klappholttal bei Kampen aufmerksam. Diese Anlage an einer von der Natur besonders bevorzugten Stelle ließ mich sofort den Gedanken fassen, das Lager zu einem Treffpunkt für die Jugendbewegung auszugestalten. Kurz entschlossen verwandte ich das eigentlich für einen Hausbau in Kampen ersparte Geld zum Erwerb.“
Der Jugendbewegung war Knud Ahlborn schon lange verbunden. „Als 17-jähriger Schüler gründete ich den Hamburger Wanderverein, der es sich zur Aufgabe machte, zur Umgestaltung der Lebensführung der großstädtischen Jugend beizutragen. Später gründete ich an der Universität als Gegenstück des Studententums alten Schlages die ‚Deutsche Akademische Freischar‘.“ Zunächst hatte der Sohn eines

Professors noch zwischen einem Studium der Theologie oder der Medizin geschwankt. „Eine schwere Mittelohrvereiterung“ – sie sollte sein Hörvermögen ein Leben lang beeinträchtigen – „gab mir schließlich die Richtung zum ärztlichen Beruf.“ Den übte er auch in Kampen aus: Auf seinem Pferd „Olav“ ritt Ahlborn zu den Patienten und gab seine ärztliche Tätigkeit erst im Alter von 74 Jahren auf. Ein befreundeter Arzt aus Essen bemerkte: „Er ist der einzige Doktor, den ich kenne, der auch konsequent danach lebt, was er seinen Patienten verordnet.“
Das Klappholttal („Hier soll eine Jugend gebildet werden, die ihr Leben in eigener Verantwortung gestalten will“) entfaltete Ahlborn zu einer Begegnungsstätte für Jugendliche aus ganz Deutschland, aber auch für Naturfreunde und Künstler. Seine Ehefrau Liselotte erinnerte sich: „Knuds Arbeitstag fing um 6 Uhr an – und zwar zu jeder Jahreszeit.“ Daneben galt dem Schutz der Natur Ahlborns besonderes Augenmerk: „Niemals sollen sich in der Kampener Heide und den Dünen Hotelwesen und Reklametafeln breit machen!“, warnte er. Als sich sein Leben dem Ende neigte, saß Knud Ahlborn oft auf einer Bank oberhalb des Kampener Strandes. „Hier schaue ich in den Himmel und auf das Meer und bereite mich auf die Ewigkeit vor.“ Als Dr. Knud Ahlborn hochbetagt verstarb, hinterließ er sieben Kinder, 14 Enkel und neun Urenkel.

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