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Künstler: Max Frisch

Dramatiker
* 15. Mai 1911 in Zürich
+ 4. April 1991 in Zürich
"Die Dämmerung dauert bis Mitternacht, bis sie sich fast unmerklich in Mondhelle verwandelt. Man mag noch nicht schlafen. Die Regenpfeifer schwärmen auch noch über die Heide. Geruch von Salz, von Tang, von Heu. Die Tümpel des Wattenmeeres gleißen wie Scherben unter dem Mond."

Die schriftstellerische Karriere von Max Frisch begann nicht eben vielversprechend. 1934, seine ersten Buchmanuskripte sind abgefasst, befallen ihn Zweifel an seiner Begabung. Er verbrennt alles, was er bislang geschrieben hat. Hätten sich die Bedenken nicht zerstreut, so wären spätere berühmte Werke wie „Homo Faber“ oder „Biedermann und die Brandstifter“ heute nicht existent. Doch bekanntlich nahm die Geschichte eine glückliche Wende. In seiner Heimatstadt Zürich nimmt der Sohn eines Architekten zunächst ein Studium der Germanistik auf, das er nach dem Tode seines Vaters aus finanziellen Gründen vorzeitig abbrechen muss. Vier Jahre später unternimmt er einen neuerlichen Anlauf, studiert diesmal jedoch Architektur und eröffnet sodann ein eigenes Architekturbüro in Zürich. Daneben verfasst er Dramen, die sich thematisch vorwiegend der Nachkriegszeit widmen. 1949 reist Max Frisch auf Einladung des Verlegers Peter Suhrkamp nach Sylt und verbringt mehrere Wochen in dessen Kampener Haus. Ein halbes Jahrhundert später erinnert sich Sohn Peter Frisch zurück: „Es war unsere erste Reise nach Deutschland und dann noch ans Meer! Ich entsinne mich noch gut an unsere ersten Besuche am FKK-Strand – meine Eltern trugen Badeanzüge, weil sie sich nicht trauten, vor uns Kindern nackt dazusitzen.“ Max Frisch genießt die anregende Zeit auf Sylt. „Endlich ein Arbeitszimmer, wie man es sich wünscht“, vermerkt er in seinem Tagebuch. „Draußen flötet der Wind und Regen prasselt

gegen die Scheiben, Wolken jagen über das Uferlose. Es bleibt das Gefühl, man befinde sich am Rande der Welt.“ Die Insel beeindruckt den Literaten tief: „Die Dämmerung dauert bis Mitternacht, bis sie sich fast unmerklich in Mondhelle verwandelt. Man mag noch nicht schlafen, die Regenpfeifer schwärmen ja auch noch über die Heide. Geruch von Salz, von Tang, von Heu. Die Tümpel des Wattenmeeres gleißen wie Scherben unter dem Mond.“ Seinem Freund Friedrich Dürrenmatt schreibt Frisch: „Hier, zwischen Dünen und endlosem Wasser, ist es herrlich. Leider habe ich mich bereits erkältet. Sonst ist es, was ich suchte: Eine völlig andere Welt.“ Fünf Jahre nach seinem Sylt-Aufenthalt gelingt Max Frisch mit dem Roman „Stiller“ der literarische Durchbruch. Er löst sein Architekturbüro auf und lebt fortan als freier Schriftsteller in Zürich, zeitweilig aber auch in Berlin, Rom und New York. Am Ende seines Lebens, das in ein langes Krebsleiden mündet, kann Max Frisch auf zahlreiche Ehrungen zurückblicken – neben dem Literaturpreis der Stadt Jerusalem und dem Friedenspreis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels haben den bedeutenden Dramatiker gleich fünf Universitäten mit der Ehrendoktorwürde bedacht.

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