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Künstler: Paul Weymar

Schriftsteller
* 1899 in Pforzheim / Baden
+ 1971 in Kampen
"Wenn´s dunkel wird, wenn´s dunkel wird, dann kommt der große, alte Hirt in seinem Mantel, blau und schwer von Osten übers Wattenmeer. Und langsam steigt er auf zum Strand, er hebt die alte, schwere Hand: Geh, Sonne, geh jetzt schlafen, Ich bleib bei meinen Schafen."

1955 erscheint im renommierten Kindler-Verlag eine pralle Lektüre, stolze 800 Seiten stark. Sie gibt einen umfangreichen Einblick in das Leben des ersten Kanzlers der jungen Bundesrepublik, wird auch ins Englische, Italienische und Spanische übersetzt und ist von Konrad Adenauer autorisiert. Verfasst hat sie Paul Weymar, dessen berufliche Laufbahn als Schriftsteller einst viel versprechend begann: Nach einem Jurastudium in Berlin erhält er eine Anstellung beim renommierten Ullstein Verlag. Hier aber gerät er in einen Kreis kommunistischer Intellektueller, den 1933 die Ereignisse um die Machtübernahme Hitlers sprengen. Weymar wird aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen und vom Verlag fristlos entlassen. Verzweifelt verlässt er Berlin und zieht sich auf Empfehlung eines Kollegen nach Kampen zurück. Es ist der Journalist Hans Zehrer, späterer Chefredakteur der Zeitung „Die Welt“, der von den Nazis ebenfalls Schreibverbot erhalten hatte und ab 1934 für einige Jahre in Kampen lebte. Seinen Lebens-unterhalt verdient Weymar auf Sylt fortan anonym, indem er für andere schreibt. 1936 heiratet er Nanny Dreßler, die Wirtin des Kampener Gasthofs „Zum Roten Kliff“ und bleibt in Kampen sesshaft. Bekanntheit erlangt Weymar erst nach dem Krieg, als er die Adenauer-Biografie verfasst. Es folgen einige historische Romane sowie zahlreiche Gedichte, für die Zeitung „Die Welt“ verfasst Weymar 1969 eine Romanserie mit dem Titel „Die Liebesinsel – ein Sylter

Sommer-Abenteuer“. Inspiriert von seiner Wahlheimat schreibt er unter anderem ein Gedicht mit dem Titel „Kleiner Kampener Abendtrost“: „Wenn‘s dunkel wird, wenn‘s dunkel wird, dann kommt der große, alte Hirt – in seinem Mantel, blau und schwer, von Osten übers Wattenmeer. Und langsam steigt er auf zum Strand, er hebt die alte, schwere Hand: Geh, Sonne, geh jetzt schlafen – ich bleib bei meinen Schafen.“ „Sylt wurde für meinen Vater zu einem Spannungsfeld zwischen Himmel und Erde, in dem er Sinngebung und Heimat fand und persönliche Zuversicht schöpfte“, konstatierte sein Sohn später. Paul Weymar selbst definierte Sylt als „Orplid“, ein von dem Lyriker Eduard Mörike ersonnenes Fantasieland: „Du bist Orplid, mein Land, das ferne leuchtet. Vom Meere dampfet dein besonnter Strand den Nebel, so der Götter Wange feuchtet!“ Auf Sylt engagierte sich Paul Weymar im übrigen für die Einführung eines Progymnasiums auf Sylt; der älteste Sohn gehörte später zum ersten Abiturjahrgang des noch heute existenten Gymnasiums. Einem Freund, der Weymar im August 1971 besuchte und krank liegend im Bett fand, sagte er: „Ich warte auf meinen Tod.“ Paul Weymar irrte nicht: Nur wenige Wochen später fand in der Keitumer Kirche die Trauerfeier statt.

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