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Künstler: Peter Suhrkamp

Verleger
* 28. März 1891 in Kirchhatten/OL
+ 31. März 1959 in Frankfurt/Main
"Ich sehe mich auf Sylt im Schnittpunkt von drei glatten Flächen, die selbst im Unendlichen des Raumes stehen, der ebene Heideboden, das Rund des Himmels und die in Blau, Grün und Silber fließende Tafel des Meeres."

Alle Sinne sind im Augenblick des Betretens der Insel von dieser vollauf in Anspruch genommen. Sie ist nie dieselbe und doch stets unverkennbar.“ Der da Sylt so rühmt, war schon als Kind ein Naturbursche, denn der Vater bewirtschaftete einen Bauernhof. Als Erstgeborener soll Peter Suhrkamp das Gehöft eigentlich übernehmen, doch meldet er sich 1914 lieber als Kriegsfreiwilliger. Er überlebt und studiert nach dem Krieg Germanistik, arbeitet als Dramaturg, Regisseur, Lehrer und Journalist. Beim S. Fischer Verlag in Berlin arbeitet er sich zielstrebig hoch, wird 1936 Verlagshausleiter. Ein Jahr zuvor heiratet Suhrkamp. Seine Frau Annemarie, eine Schwester der Schriftstellerin Ina Seidel, besitzt ein Haus in Kampen. Dieses dient fortan weniger als Feriendomizil für das Ehepaar Suhrkamp, sondern vorrangig als Mußestätte für Schriftsteller wie Max Frisch, Ernst Penzoldt, Carl Zuckmayer und Alfred Andersch. „Lassen Sie sich fallen! Werden Sie nicht unruhig, verzweifeln Sie nicht, wenn Sie drei, vier Wochen lang keine Zeilen schreiben können“, rät Suhrkamp den Autoren. Eine Haushälterin umsorgt die Gäste innig. Mittags gibt es auf Hagebutten gedünstete Makrelen, zum Nachtisch Heidelbeeren mit Schafskäse, und zwischendurch tippt die Perle auch mal Manuskripte ab. Selbst im fernen Berlin sind die Autoren nicht vergessen: In Zeiten des Kriegsmangels schickt Suhrkamp ihnen regelmäßig Bücher – doch die sind ausgehöhlt und enthalten statt geistreichen Abhandlungen geistige Getränke

und Tabak. 1941 wird Suhrkamp verleumdet und wegen Hochverrats angeklagt, nach Aufenthalten in mehreren Gefängnissen und Konzentrationslagern 1945 schließlich schwer krank entlassen. Ein Jahr später schaut er in seinem Haus in Kampen nach dem Rechten. „Die Matratzen und Betten, die Wäsche und das Geschirr – alles ist vollständig ausgeraubt“, klagt er Hermann Hesse in einem Brief. Doch bald geht es wieder aufwärts: 1950 gründet Suhrkamp seinen eigenen Verlag. Über Sylt resümiert Suhrkamp: „Ich könnte in der Umgebung von Kampen tagelang still sitzen und nur Ausschau halten. Alles auf dieser Insel ist ganz nah und gegenwärtig und zugleich in gläserner Ferne.“ Dennoch verkauft er sein Anwesen 1953, denn er benötigt Geld für die Rechte an der deutschen Gesamtausgabe von Marcel Proust – sie umfasst 4500 Buchseiten. Peter Suhrkamp, den Carl Zuckmayer als „sehr tief veranlagten, etwas vergrübelten Charakter“ beschrieb, verstirbt 1959 kurz nach Ostern an Herzversagen. In seinem handgeschriebenen Testament wünscht er eine Feuerbestattung. Danach soll seine Asche vor Sylt in die Nordsee gestreut werden, doch diese Art der Bestattung ist seinerzeit noch rechtlich unzulässig. So findet er auf dem Friedhof von Keitum seine letzte Ruhe.

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