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Künstler: Siegward Sprotte

Maler
* 20. April 1913 in Potsdam
+ 7. September 2004 in Kampen
"Die Kunst ist kein Lückenbüßer, sie ist eine Lebens-Notwendigkeit."

Später einmal den künstlerischen Beruf des Malers zu ergreifen? Nein, das kann sich Siegward Sprotte in jungen Jahren beim besten Willen nicht vorstellen. „Diese Farbkleckser, dachte ich.“ Und doch: Mit 15 Jahren bereits malte er mit Heinrich Basedow d.Ä. an den Havelseen, ab 1931 studierte er an der Kunstakademie Berlin bei Emil Orlik, wurde Meisterschüler von Karl Hagemeister. Zahlreiche Studienreisen führten ihn vornehmlich in südliche Gefilde. Nach dem Krieg wohnt und arbeitet Siegward Sprotte zwei Jahre im Kampener Gästehaus des Verlegers Peter Suhrkamp, bevor er 1951 ein eigenes Atelier bezieht. Sylt eröffnet ihm neue Horizonte: „Ich floh vor dem vielen Grün der deutschen Landschaft – ödere Töne wollte mein Auge sehen.“ Für den weit Gereisten war es zugleich ein Stück Selbstfindung: „Ich hielt Zwiesprache mit den Elementen, mit Sand, Luft und Wasser – und in allem vernahm ich mich selbst.“ 1961 zog Sprotte in Kampens Dorfmitte, ließ einen früheren Pferdestall zu einem Atelierhaus umbauen. 1977 folgte ein weiterer Umzug auf die gegenüber liegende Straßenseite, dort, wo seine Witwe Cosmea und Sohn Armin heute sein künstlerisches Erbe verwalten. Schon mit Bezug des ersten Ateliers 1951 initiierte Siegward Sprotte die „Kampener Ateliergespräche“, die zu einer festen Institution wurden – fünf Jahrzehnte lang. Die „Ateliergespräche“ führten Persönlichkeiten der Geistes- und Naturwissenschaften zusammen, Musiker und Literaten.

Helmut Zernick musizierte auf einer alten Geige, auf der schon Mozart am Hofe von Maria Theresia gespielt hatte, es kamen der Violinist Igor Ozim und der Pianist Hans Priegnitz, es diskutierten die Theologen Gustav Mensching und Heinz-Wolfgang Kuhn, der Physiker Pascual Jordan, der Philosoph Ernst von Glasersfeld und viele andere Persönlichkeiten. Mit seinem künstlerischen Werk, in dem er – von altmeisterlichen Malweisen ausgehend – zu einer reduzierten Sprache, der „Farbigen Kalligraphie“, fand, erlangte Siegward Sprotte internationale Bedeutung. Seine Bilder werden in den Museen von Washington und San Francisco, Moskau und Lissabon, Shanghai und andernorts gezeigt. Er wurde Ehrenmitglied des Vereins Berliner Künstler und der Akademie der Künste in Rom, Ehrenbürger der Stadt Potsdam und der Region Alta Badia in den italienischen Dolomiten. Siegward Sprotte starb mit 91 Jahren in Kampen. Geblieben ist sein reiches malerisches und philosophisches Werk. „Sprotte konzentrierte sich auf das Wesentliche. Seine Werke beinhalten die größtmögliche Nähe zur Natur und die größtmögliche Entfernung zum Naturalismus“, urteilte der Direktor des Kunsthauses Zürich, Christoph Becker. Und Manfred Stolpe, Vorstand der Sprotte Stiftung Potsdam, formulierte treffend: „Siegward Sprotte bedient sich des Werkzeugs des Malers und durchdringt die Umwelt mit dem Blick des Philosophen.

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