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Künstler: Walther Baedeker

Architekt
* 1880 in Essen
+ 1959 im Schwarzwald
"Wohlig warm hatten wir es, und das Tosen der Brandung drang nur noch gedämpft an unsere Ohren, in der Sturmhaube."

Walther Baedeker fühlte sich sichtlich wohl in Kampen und dies nicht nur in privater, sondern auch in beruflicher Hinsicht: 28 Gebäude erstellte der versierte Architekt hier zwischen den 1920-er und 1950-er Jahren darunter den Vorgängerbau der heutigen „Sturmhaube“, der wie das Heck eines Schiffes gestaltet war und 1969 abgerissen wurde. Und auch das exponiert gelegene Haus „Kliffende“, in dem so prominente Gäste wie Thomas Mann und Emil Nolde logierten, war sein Entwurf: „Walther Baedeker baute uns das Haus – recht groß und mit gleich zwei Küchen, nahe am Haus ein kleiner Stall für die Pferde und darüber ein Heuboden. Im Frühling 1921 war das Haus fertig, neunzig Schritte im Badeanzug bis zum Meer“, erinnerte sich Hausherrin Clara Tiedemann in ihren Memoiren. Neben Kampen wirkte Walther Baedeker vor allem in den Hamburger Elbvororten, wo er für das gehobene Bürgertum Bauten konzipierte, die Wohnlichkeit mit Repräsentation verbanden. Doch auch hier ließ er Sylt mit einfließen: 1935 etwa baute er in der Hamburger Eichendorffstraße für einen angesehenen Hamburger Weinhändler ein Landhaus – „Baedeker war dabei inspiriert von den friesischen Bauernhäusern“, befand der Sohn des Bauherrn. Eines der in Hamburg von Baedeker erbauten Häuser hat heute sogar einen direkten Sylt-Bezug. Es ist eine Villa, die sich zunächst im Besitz eines Fabrikanten befand und seit 2006 das Domizil des Circus Mignon ist, der jeden Sommer in

Wenningstedt mit seinem Ableger „InselCircus“ gastiert. In der architektonischen Gestaltung zeigte sich Walther Baedeker zeitlebens indes nicht einem bestimmten Stil verpflichtet: Das Formenrepertoire reichte von historistischen Anklängen bis zu Anmutungen des Neuen Bauens. Bewusst trat Baedeker dabei nicht mit Veröffentlichungen oder über Wettbewerbe an das Licht einer größeren Öffentlichkeit, sondern war im besten Sinne ein gefragter Privatarchitekt. In Kampen hatte der Architekt im heutigen Sjipwai 1914 ein altes Friesenhaus erworben und behutsam nach seinen Bedürfnissen umgebaut. In einem Bericht über das friesische Kleinod hieß es: „Der Reiz des 1763 erbauten Hauses liegt darin, dass der alte Wohnteil mit holländischen Kachelwänden, Alkoven und Türen mit handgeschnittenen Profilen und Messingbeschlägen unverändert erhalten ist.“ Später verkaufte Baedeker das Haus an seinen Architektenkollegen Hans Poelzig. Im Jahre 1959 verstarb Walther Baedeker im Schwarzwald. Seine letzte Ruhe fand er jedoch auf dem Friedhof von Keitum, auch seine Nachfahren sind mit der Insel Sylt bis heute eng verbunden.

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